Eigensinn Tanzt

Was ist Tanztherapie?

„Jeder von uns erinnert sich an eine Zeit, in welcher sein Körper noch im Urzustand seiner eigenen Freude lebte. Diese Urfreude an der Bewegung lebt im Tanz in der vielleicht intensivsten Form weiter.“

Trudi Schoop, Pionierin der Integrativen Tanztherapie, 1974

Tanz ist bewusstes Bewegen in Zeit, Raum und durch eigene Kraft. Tanz ist jegliche Form von körperlicher Bewegung und leiblichem Ausdruck, angefangen vom Atmen, Gähnen, Lachen, Weinen, Kriechen, Rollen, Gehen, Hüpfen, Stehen bis hin zum künstlerischen Tanz.

Tanz – grundlegendes Ausdrucksmittel zur Verständigung und zur Bewältigung

Anfang des letzten Jahrhunderts haben Vertreter*innen des Ausdruckstanzes, der Rhythmik und des modernen Bühnentanzes die theoretischen und praktischen Grundlagen des Tanzens als zutiefst menschliche Ausdrucksform wieder entdeckt. Diese Erfahrungen und Annahmen über die Möglichkeiten der menschlichen Bewegung haben die Pionier*innen der Tanztherapie in den 1970er Jahren vor allem in den USA genutzt, um unterschiedliche Konzepte für tanztherapeutisches Arbeiten zu entwickeln.

Tanztherapeutische Grundlagen

Die Integrative Tanztherapie zeichnet sich durch eine Vielzahl differenzierter Konzepte und Behandlungsmethoden aus, die auf modernen tiefenpsychologischen verhaltens- und gestalttherapeutischen Grundlagen beruhen.
Darüber hinaus nützt die Systemische Tanztherapie bewegungsanalytische Konzepte, die auch nonverbale Phänomene verständlicher und biografisch interpretierbar machen.

Wesentlich ist grundsätzliche Annahme, dass der Mensch ein LeibSeeleGeist-Wesen ist, der dazu fähig ist, leibempathisch in der Welt zu handeln, sie sich anzueignen, zu empfinden, zu verinnerlichen und diese mitzugestalten.

Körperliche Bewegung öffnet den Weg zur Psyche

Emotionen und Empfindungen bekommen im Tanz und in der Bewegung Raum, Zeit und Schutz um gespürt, durchlebt und benannt zu werden. Das therapeutische Gegenüber bezeugt die aufscheinenden Themen, Affekte und Gefühle, bietet Resonanz und nimmt die Phänomene ernst. Gemeinsam können neue Möglichkeiten des Sich-Bewegens ausprobiert und selbst gestaltet werden.

Diese Erfahrungen helfen dem/der Klient*in, mit sich und den teilweise dahinter liegenden Lebensereignissen positiver umzugehen. Die eigene Lebensgeschichte in ‚eigensinnige‘ Zukunftsentwürfe integriert werden.
Dadurch können den Teilnehmenden außer einem veränderten Körpergefühl neue (Er-) Lebensmöglichkeiten bewusst werden und sie können Entscheidungen klarer treffen.

Emotionen zu spüren, zu durchtanzen und zu benennen ist ein wesentlicher Bestandteil des tanztherapeutischen Verfahrens.

Durch die gewonnenen Erfahrungen im tanztherapeutischen Schutzraum werden Veränderungsprozesse angestoßen, die in den Alltag hineinwirken. Symptome werden gelindert und verändern sich. Die Menschen finden so zu mehr Lebensqualität und Ganzheitlichkeit und fühlen sich in ihrem Sein wohler. Sie werden Tanzschritt für Tanzschritt heiler.